Also ich finde ja, wir hängen immer zu sehr am Thema „Entertainment“ für Wohnungskatzen, als wären wir Animateure im Katzen-Clubhotel… Klar, spielen und gemeinsame Zeit sind wichtig, aber was ist eigentlich mit echten Ritualen, die nicht bloß Beschäftigung sind, sondern regelmäßig für beide Seiten stattfinden und so ganz eigene, intime Verbindungen schaffen? Ich meine damit sowas wie: jeden Abend eine feste Kuschelzeit (und damit meine ich wirklich Zeitslots, wo das Handy wegkommt und die Aufmerksamkeit exklusiv der Katze gehört), oder ein bestimmtes Geräusch, das immer Leckerli ankündigt – klassisch Pavlov, aber ehrlich, Katzen lieben sowas. Bei mir ist es z.B. ein dreimaliges Schnipsen mit den Fingern, da weiß mein Kater sofort Bescheid und rennt wie bekloppt los.
Noch was, was gefühlt völlig unterschätzt wird: Die gemeinsamen Pausen. Nicht immer Action, sondern einfach gemeinsam abhängen – auf dem Sofa, am Fenster, was weiß ich, selbst auf’m Flur auf dem Teppich. Dabei beobachte ich oft, wie sich meine Katze entspannt, wenn ich es auch tue… hat was von Resonanz, als ob wir uns beide auf denselben „Chill-Modus“ einschwingen. Das ist total unspektakulär, aber ich glaube, genau daraus wächst viel Vertrauen. Menschen wachsen sich ja auch durchs gemeinsame Schweigen ans Herz, nicht nur durch Gelaber. ![]()