So kannten wir ihn, er kam täglich zweimal zu uns, wobei er aber einen riesigen großen Bogen um Menschen machte. Schon wenn er uns von weiten sah, drehte er ohne große Überlegungen ab und das mit beschleunigter Gangart. Seit mindestens 2021 war er ständiger Gast bei uns. Heute wissen wir, dass er keinen Chip trägt und das er kastriert ist, was wir schon immer vermuteten, hat sich in der Tierarztpraxis bestätigt. Was uns in den letzten 14 Tagen aufgefallen war, dass er einen etwas fülligeren Bauch hatte. Am Sonntag lief er dann letztmalig durchs Kamerabild. Am Donnerstag ging ich dann einfach mal durch Gelände um nach ihn zu suchen, irgendwie hatte ich so ein blödes Gefühl. Hier im Ort gibt es ein Wohnhaus, welches schon seit vielen Jahren nicht mehr bewohnt ist und so langsam verfällt. Schon aus der ferne konnte ich etwas schwarz/weißes im Vorgarten sehen. Als ich dann näher kam, Deppi wars.
Er sehr trauriger Anblick, der nichts Gutes erahnen lies. Er hockte im Gras, der Kopf hing vorne über aber noch nicht auf dem Boden liegend, unfähig zur Flucht aber dennoch mobilisierte alle Kräfte um mich auf Distanz zu halten. Er knurrte, fauchte , schlug mit den Pfoten in meine Richtung, was sehr bedrohlich wirkte und ich erstmal nicht an ihn ran kam. Auch wenn er nicht mehr laufen konnte, sich einfach in eine Transportbox stecken zu lassen und sich zum helfenden Tierarzt fahren zu lassen, dass war ganz sicher nicht sein Plan. Bewaffnet mit einer Decke, dicken Handschuhen und einer kratzfesten Jacke, gelang es mir dann doch, ihn in eine Box zu tun und zum Tierarzt zu bringen. Das Fieberthermometer zeigte keine messbare Temperatur an, klar die letzten Nächte waren eben frostig, mit teils Minus 5 Grad. Das Röntgenbild offenbarte das Dilemma. Die Tierärztin beriet sich mit ihren Kollegen, wir betrachteten die Gesamtbilanz und entschieden uns schweren Herzens, den Depp von seinen Qualen zu befreien.
Es tut mir so leid, Peter. Das ist eine unglaublich schwere Entscheidung, aber du hast aus Liebe und Mitgefühl gehandelt. Es ist nie einfach, ein Tier gehen zu lassen, besonders wenn man ihm so nahe gekommen ist. Du hast alles getan, was in deiner Macht stand, um ihm zu helfen, und jetzt hat er Frieden.