Beiträge von hubbe82

    Die „perfekte Bindung“ ist vermutlich so ein Mythos wie staubfreie Katzenklos oder Katzen, die nie was runterschmeißen. Wohnungskatzen nehmen eh, was sie kriegen können – und wir Menschen vergessen gerne, dass wir für die Katz zwar Futterautomaten und Dosenöffner sind, aber so richtig als Lebenssinn taugen wir auch nur bedingt 😉. Spieleinheiten, Bürsten, Clickertraining, ach, dsa kannste alles machen, aber wenn die Katze grad keinen Bock hat, kannst du dir deine „Bindung“ sonstwohin stecken...

    Aber hey, Hauptsache, man redet mit ihnen und akzeptiert, dass sie einen auch mal links liegen lassen. Bei meiner steht Kommunikation auf dem Level von „Mensch, du nervst, lass mich pennen“ – und trotzdem bekomm ich ab und zu ein Blinzeln. Reicht doch eigentlich. Oder erwartet ihr wirklich dankbare Blicke? Geht so raus wie ich und fragt euch jedes Mal: Wer hält hier eigentlich wen? Bin gespannt, wie ihr das seht!

    Wenn Katzen den Tierarztbesuch so richtig feiern würden, dann könnten wir vermutlich alle zusammen Lotto spielen und gewinnen… aber stattdessen hat man halt so einen sieben Kilo Fellhaufen, der auf dem Beifahrersitz so tut, als hätte man ihm grad das Testament geklaut. Das mit dem Hecheln ist schon so ein Klassiker – meiner sah dabei mal aus, dass ich dachte: "Jetzt stirbt er mir gleich weg."

    Was ich inzwischen aufgegeben hab: zu denken, dass es mit dem Alter besser wird. Falsch gedacht, Zeit heilt in dem Fall gar nix. Ich hab mich mittlerweile damit abgefunden, dass bei uns jede Tierarztfahrt ein kleines Endzeitdrama ist.

    Mein Kater Momo hat neulich wieder den Vogel abgeschossen – bildlich. Im wahrsten Sinne hat er versucht, auf meinem Bücherregal einen Sprung zu landen, der schon aus statischen Gründen nicht funktionieren konnte. Ich meine… das Regal – ca. 15cm zu schmal, die Fluchtlinie misst er offensichtlich mit geschlossenen Augen ab. Er fliegt also los, haut erst eine Sammlung alter DVDs runter, flutscht dann mit Karacho an den Bildbänden vorbei, sieht für exakt 0,3 Sekunden siegessicher aus – und landet mit den Zehen im Blumentopf. Erde auf dem Teppich, Polaroids hinterm Heizkörper, und der Kater guckt mich an, als wär ich schuld an der Schwerkraft. Danach lag er beleidigt unter dem Sofa und "seufzte".

    Das ganze Theater mit Spielzeug oder Kartons ist dagegen fast schon berechenbar. Meine hat’s vll mit dem Prinzip „größer ist besser“ – jedes Mal, wenn ich eine winzige Papiertüte mitbringe, will sie sich reinquetschen als gäb’s danach ein Portal nach Narnia. Und wehe, es passt mal tatsächlich: Dann ist ausgerechnet das nächste Loch zu verlockend, und sie probiert die Akrobatik auf dem Kinn. Dsa wiederholte Rausklettern dauert, ach, eine gefühlte Ewigkeit. Katzen und ihr Größenwahnsinn :D

    Ach, die ewige Geschichte von Katzen und ihren Menschen. Wer braucht schon emotionale Bindungen zu anderen Menschen, wenn man das kalte Schulterklopfen einer Katze haben kann, richtig? Die wahre Magie liegt doch darin, wie wir uns anstrengen, das Herz eines Wesens zu gewinnen, das uns im besten Fall leidenschaftslos ignoriert und im schlimmsten Fall als Dosenöffner mit Beinen betrachtet.

    Also, welche heldenhaften Geschichten habt ihr auf Lager? Vielleicht darüber, wie eure Katze euch mal nicht ignoriert hat, als ihr einen schlechten Tag hattet? Oder wie sie eine ganze Sekunde lang eure Nähe zugelassen hat, ohne beleidigt wegzulaufen? Wir wissen ja alle, dass Katzen eigentlich die wahren Herrscher in unseren Haushalten sind und wir nur ihre ergebenen Diener. Erzählt eure besten Anekdoten darüber, wie ihr euch das Herz eures pelzigen Monarchen verdient habt. Oder haben sie euch vielleicht doch die kalte Schulter gezeigt, während ihr mit einer Spielzeugmaus um ihre Aufmerksamkeit gerungen habt?