Mich wundert ja immer, wie sehr wir auf die Haltung von Futterstellen und Kastrationen fokussiert sind, aber die Frage der psychologischen „Zugänglichkeit“ unterschätzen. Bei wirklich wilden Exemplaren, die jedes Menschenkontakt meiden wie Deppi, spielt ja das Revier eine größere Rolle als man denkt. Ich habe letztes Jahr spaßeshalber mal eine Wildtierkamera für mehrere Wochen an einem bekannten Streuner-Spot aufgestellt – Ergebnis: Es gibt weit mehr streunende oder halbwilde Katzen, als wir Menschenköpfe überhaupt je mitbekommen.
Was mir im Kontext der Schutzplätze auffällt: Manche Tiere ignorieren bereitgestellte Häuschen komplett, weil sie nach dem Geruch des Menschen oder zu künstlich wirken. Da frage ich mich, wie schafft man eine Umgebung, die wirklich „wildsicher“ ist? Vielleicht sollte man mehr auf natürliche Unterschlüpfe setzen – totes Holz, Asthaufen, vielleicht mal einen alten Hohlraum stehenlassen statt alles sauber zu trimmen... Habt ihr Erfahrungen mit wirklich angenommenen, möglichst naturbelassenen Schutzecken, oder ist das im urbanen Raum ohnehin illusionär?